Wie teuer darf der Kohleausstieg werden?

Ein guter zweistelliger Milliardenbetrag, heist es, sei für den Kohleausstieg nötig. Das bedeutet, dass die 82,79 Millionen Einwohner unseres Landes gemeinsam für jeden Einzelnen der 0,02 Mio. Kohlekumpel über 1 Mio. € bezahlen. Ist es das wert?

Und das, obwohl die Kohlekraftwerke in den nächsten Jahren aufgrund der steigenden Preise für CO2-Zertifikate auch ganz ohne Entschädigung wegen Unwirtschaftlichkeit von selbst und ganz ohne Entschädigung vom Netz gehen werden. Auch die in Rede stehenden 600 Mio. € pro Gigawatt (600 € pro Kilowatt) Entschädigung für die Stilllegung von Kohlekraftwerken, entsprechen über 50% der Neubaukosten von von heutigen Windkraft- oder Solaranlagen.

Dabei ist es ein Irrglaube, daß die Energiewende immer noch die Strompreise erhöht. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Summe aus Börenstrompreis und Alt-EEG-Umlage liegt heute bei ca. 9 ct/kWh, während die tatsächlichen Kosten erneuerbare erzeugten Stromes aus Neuanlagen bei 6 ct/kWh liegen. Der Neubau fossiler Kraftwerke wäre sogar noch teurer. Das bedeutet ganz klar: Erneuerbar ist längst billiger als alle „Alternativen“. Je schneller der Ausbau erneuerbarer Energien erfolgt, desto günstiger wird es für die Stromkunden.

Demzufolge ist auch die geplante Entlastung der energieintensiven Industrie von angeblichen Mehrkosten reine Geldverschwendung. Schnell den Anteil billiger erneuerbarer Energie auch für diese Industrien zu erhöhen ist der sinnvollere Weg. Und wenn es geopolitisch nötig sein sollte, darüber hinaus diese Industrien zu fördern, dann bitte offen und direkt aus dem Staatshaushalt und nicht verdeckt zu Lasten der Allgemeinheit.

Und eines noch: das Letzte, was die hoch qualifizierten Menschen in den Kohleregionen brauchen, sind neue Behörden. Die Menschen dort können Ihr Wissen viel besser für den Ausbau erneuerbarer Energien einsetzen, denn für Energie und Maschinenbau sind sie perfekt ausgebildet. Es wäre ein Jammer, diese Fähigkeiten in der Verwaltung zu verschleissen.

Jetzt oder nie

NRW fordert vor Kohle-Gipfel zweistelligen Milliardenbetrag. Dürfen es ein paar Milliarden mehr sein?

Das ist dreist! Die Kohlekraftwerker oder zumindest deren Führung wissen ganz genau, dass sie bei den gegenwärtig steigenden Preisen für CO2-Zertifikate in Europa in Kürze nicht mehr wettbewerbsfähig sein und deshalb entschädigungslos sich selbst abschalten werden.

Dem wollen sie nun mit absurden Entschädigungsforderungen zuvorkommen. Aber warum soll man jemandem, der ein totes Pferd reitet, dieses auch noch abkaufen?

Fragen an das Jahr 2019

Für das Jahr 2019 wünsche ich mir von Euch allen Antworten auf folgenden Fragen:

1. Was ist zu tun, damit Windkraftanlagen nicht mehr abgeregelt werden und mit dieser Energie statt dessen ganz Norddeutschland zum halben Ölpreis beheizt werden kann? https://enertrag.org/endlos/technische-loesungen/1051-2/

2. Wie kann erneuerbare Wasserstoffmobilität möglichst schnell Verbrennungsmotoren ablösen und damit CO2, Stickoxide und Lärm gleichzeitig beseitigen? https://enertrag.org/endlos/technische-loesungen/wasserstoffmobilitaet/

3. Wie können wir die unsinnige Diskussion über Netzausbau beenden und zum Wichtigen kommen: dem Gasnetz? https://enertrag.org/y/km/gasnetz/

4. Wie können Netzentgelte wieder sinnvoll werden? https://enertrag.org/y/netzentgelte/

5. Und wie kann das Dickicht von Abgaben und Umlagen auf Energie wieder nutzbringend geordnet werden? https://enertrag.org/2017/09/13/erster-blogbeitrag/

Und falls sich diese Fragen nicht beantworten lassen, dann bleibt nur noch eine einzige:

6. Wie wollen wir dann noch Akzeptanz für die Energiewende erreichen?