Über ENERTRAG

Was ist unser Geschäftsmodell?

ENERTRAG ist ein Unternehmen, welches erneuerbare Energie erzeugt und alle dafür erforderlichen Dienstleistungen erbringt. Dabei konzentrieren wir uns auf die besten und günstigsten Technologien. Bisher war das hauptsächlich Windenergie, inzwischen kommt auch Solarenergie dazu und vor allem speicherbare Energieträger wie Wasserstoff. Die für Erzeugung, Transport und Speicherung erforderlichen Anlagen planen, bauen und betreiben wir selbst, inklusive deren Instandhaltung. Technischen Dienstleistungen erbringen wir auch für viele andere Betreiber: Service bis hin zur Vollwartung, Betriebsführung, Inspektionen und Gutachten, aber auch die Installation von Flugsicherheitsbeleutung und gleichzeitig deren bedarfsgerechte Steuerung, DarkSky genannt.

Wie hat sich unser Kerngeschäft in den letzten Jahren erweitert?

Wir sind Anfang der neunziger Jahre mit dem Bau von Windkraftanlagen gestartet. Schnell kamen dann der Netzbau und die Anlagenüberwachung dazu. 1998 haben wir begonnen eigene Anlageprodukte zu emittieren und damit vielen Bürgen eine Beteiligung an der Energiewende ermöglicht. Anfang des neuen Jahrtausends begann ENERTRAG dann einen eigenen Service als Geschäftsfeld aufzubauen und seit fast 10 Jahren bieten wir auch Betriebsführung und Inspektion als Dienstleistung an. Im Jahr 2009 haben wir begonnen, Wasserstoff zu erzeugen und seit Anfang 2019 arbeiten wir gemeinsam mit GPJoule nun auch im Bereich Photovoltaik. Inzwischen ist auch unser erster Windwärmespeicher im Bau, mit dem wir in die Wärmeversorgung einsteigen. Man kann also sagen, dass unser Kerngeschäft den Anforderungen der Energiewende folgt – und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Polen oder Südafrika.

Wie viel Energie erzeugt ENERTRAG?

Die von uns gebauten Anlagen erzeugte 3 Mrd. Kilowattstunden – das sind ca. 4% des Strombedarfs aller Haushalte in Deutschland. Und die Anlagen, für welche wir verschiedene Dienstleistungen erbringen, produzieren etwa das Fünffache dieser Menge.

Wo ist ENERTRAG tätig?

Die Energiewende bekommt weltweit immer mehr Dynamik, da können wir unsere Fähigkeiten auch in anderen Ländern gewinnbringend einsetzen. Gleichzeit ist Energie auch ein sehr politisches Geschäft, bei dem es in verschiedenen Ländern immer mal wieder zu Spurts aber auch Zwischenstopps kommt. Durch unsere Tätigkeit in Deutschland, Frankreich, Polen und Südafrika können wir das untereinander ausgleichen.

Wo liegen die größten Potenziale und Herausforderungen?

Das ist eindeutig die Verkehrs- und Wärmewende, auch Sektorkopplung genannt. Einerseits müssen wir dafür unsere Erzeugungskapazität verdoppeln und andererseits handelt es sich um Technologien an die wir uns im doppelten Sinn heranarbeiten müssen: einerseits lernen wir, Energie sicher und günstig zu speichern und für Mobilität und Wärme bereitzustellen – andererseits muss der gesamte Rechtsrahmen dafür erst einmal geschaffen werden. Daher habe ich jüngst auf dem Energiegipfel auch genau darauf hingewiesen, dass die Sektorkopplung für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren von grundlegender Bedeutung ist.

Warum begibt ENERTRAG Anleihen als Finanzierungsinstrument?

Eine Anleihe ist für alle Beteiligten einfach und klar. Es ist eine sehr leicht verständliche Anlageform und die Verwahrung und Besteuerung durch die Hausbank des Kunden erfordert auch so gut wie keinen Verwaltungsaufwand.

Welche Sicherheiten bieten die Anlagen den Anlegern?

Die Mittel werden in Deutschland in Energieprojekte investiert, der Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt, dass heißt also sehr sicher ist. Ähnlich ist es in den anderen Ländern, in denen wir Anlagen bauen und betreiben. Darüber entwickelt sich die Energiewende zu einem weltweiten Jahrhundertprojekt, so dass uns wahrscheinlich auch die Arbeit nicht ausgeht. Weitere besondere Sicherheiten sind wie bei Anleihen wie üblich nicht vorhanden. Wir können aber darauf verweisen, bisher immer pünktlich Kapital und Zinsen zurückgezahlt zu haben. Teilweise konnten wir Gelder sogar vorfristig an die Anleger zurückzahlen.

Eine Frage an Jörg Müller: Wie kam es dazu, dass ENERTRAG gegründet wurde? Wo liegen die Wurzeln?

Ich bin seit 1989 in der Energiewirtschaft tätig, und zwar immer mit dem Ziel sicher Energie zu erzeugen. Meine Ausbildung in Kernphysik und Kraftwerksbau nutzte ich Anfangs noch im Bereich Reaktorsicherheit. Die Kernspaltung war ja immer nur eine Brückentechnologie zur Kernfusion, welche als sauber, umweltverträglich und nachhaltig begriffen wurde. Als in den neunziger Jahren klar wurde, dass die Kernfusion wenn überhaupt, so doch jedenfalls nicht mehr rechtzeitig machbar sein würde, blieben für mich nur Windkraft und Solarenergie übrig – denn eine Brücke ins Nichts wollte ich nicht bauen. Meine ersten Projekte mit erneuerbaren Energien habe ich noch beim Kraftwerksbau betreut, aber der Betrieb war mit eintausend Ingenieuren und grosser Verwaltung auf Großprojekte ausgelegt und am Markt zu teuer. Da war dann der Weg in die Selbstständigkeit vorgegeben. Den Grundgedanken einer sicheren Energieversorgung habe ich natürlich mitgenommen, daher bauen wir auch seit 20 Jahren unser Verbundkraftwerk immer weiter aus mit dem klaren Ziel einer Vollversorgung mit Strom, Treibstoff und Wärme. Meine umfassende technische, physikalische und betriebswirtschaftliche Ausbildung war dabei immer eine eine grosse Hilfe.

Welche unternehmerischen Ziele hat ENERTRAG in den kommenden Jahren?

Wir wollen jetzt gut in die 2. Phase der Energiewende starten, also den Zubau an neuen Energieanlagen verdoppeln und die Energie für Verkehr, Wärme und Industrie bereitstellen. Natürlich werden wir auch hier darauf achten, dass die erzeugte Energie günstig ist und zu guten Preisen verkauft werden kann. Da die Gestehungskosten für Windkraft und Solarstrom aber stark gesunken sind und die Nachfrage nach ihnen steigt, mache ich mir da wenig Sorgen.