Wer verdient am Strom?

Die Stromkosten setzten sich in Deutschland wie folgt zusammen:

Energiebeschaffung (Erzeugung): Energiebeschaffung 22,4% + EEG-Umlage 22,7% = 45,1%

Staat und Kommunen: 6,9% Stromsteuer + 16% Umsatzsteuer +5,4% = 28,3%

Die Netzbetreiber: Netzentgelte 23% + Messkosten1,1% = 24,1%

Die Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen: 1,2%

Die Betreiber von Stromgroßverbrauchern (§19 StromNEV): 1,2%

Sonstige 0,1%

Siehe hier.

Der wesentliche Bestandteil sind die Erzeugungskosten, welche sich aus den Beschaffungskosten und der EEG-Umlage zusammensetzen. Interessanterweise ist der Anteil der Erzeugungskosten gegenüber 2008 nicht gestiegen. Die EEG-Umlage hat sich etwa in demselben Maß erhöht, wie die Beschaffungskosten gesunken sind. Das liegt daran, dass erneuerbarer Energie die teueren fossilen Anlagen vom Markt verdrängt haben. Demzufolge sanken die Börsenpreise, welche aussschließlich von fossilen Energieanlagen bestimmt werden. Die Differenz, welche uns in Gestalt der EEG-Umlage entgegentritt, ist also im Grunde keine Förderung von erneuerbaren Anlagen, sondern bildet nur die aufgrund der Verdrängung teuerer Kraftwerke gesunkenen Erzeugungskosten ab. Übrigens: der Neubau von Großkraftwerken hätte bei heutigen Baukosten und Einhaltung aller Umweltstandards eher mehr gekostet, als der Zubau von Windkraft- und Solaranlagen.

Allerdings könnten die Stromkosten um bis zu 28% geringer sein, wenn die staatlicherseits verursachten Belastungen gesenkt würden.

Und die dritte wesentliche Komponente, die Netzentgelte, welche 1/4 der Stromkosten ausmachen, sind ebenfalls extrem hoch. Hier zeigt sich der unglückliche Mechanismus der Regulierung: die garantierten 9% Eigenkapitalverzinsung für Netzbetreiber, die erst 2019 durch BGH-Beschluss auf immer noch stattlich 7% gesenkt wurden. Unter dem Vorwand, der Netzausbau sei unumgänglich, wird gebaut was das Zeug hält. Die Rendite ist sicher. Besonders teuer ist der Ausbau der Netze für Offshore-Windkraft, welcher nicht von den Betreibern, sondern via Netzentgelte von den Stromkunden bezahlt wird. Auch der Netzausbau an Land könnte viel günstiger erfolgen, wenn statt dem teuren Ausbau öffentlicher Netze mehr Verbundkraftwerke errichtet würden.