Leitungsrechte

Über den Sinn von Kosten für Leitungsrechte oder Konzessionsabgaben kann man viel streiten. Sie sorgen lediglich für eine Umverteilung von Mitteln von den Energiekunden hin zu Landeigentümern, welche für eine eigentlich minimale Einschränkung bzw. bei Erdleitungen garnicht spürbare Einschränkung der Nutzung ihres Landes viel Geld erhalten. Auch Städte und Gemeinden sichern sich so über Konzessionsabgaben hohe Einnahmen.

Wenn man aber weiterhin davon absieht, die Kosten für Konzessionen und Leitungsrechte zu deckeln (was ja auch mit einer Duldungspflicht von Leitungen für jedermann verbunden wäre), dann kann die bisherige Verfahrensweise im neuen Marktdesign mit einer Ausnahme fortgeführt werden: es dürfen keine ausschliesslichen Konzessionen mehr vergeben werden. Denn bei erneuerbarer Energieversorgung ist es regional schnell sinnvoll, ein kleines, kurzes aber starkes Parallelnetz aufzubauen, um Energiemengen regional direkt von Erzeugern an Verbraucher zu liefern. Die alte Vorstellung vom Gebietsmonopol gilt in einer erneuerbaren Welt nicht mehr. Im Gegenteil – sie verhindert viele volkswirtschaftlich sehr effiziente Lösungen. Zwei typische Beispiele:

– in der Nähe von Windkraftanlagen ist es sinnvoll, Windwärmespeicher und Nahwärmenetze zu errichten. Beim Bau dieser Netze, die unter öffentlichen Wegen und Flächen verlegt werden, wiederum kann gleich ein Stromkabel mitverlegt werden, welches Energie für Elektroautos und Brauchwasserbereitung liefert (idealerweise sind Nahwärmenetze Niedertemperaturnetze, so dass für die Warmwasserbereitung Strom benötigt wird).

– der Zusammenschluß mehrerer Nachbar, welche eine gemeinsame Eigenversorgung errichten wollen, erfordert häufig eine Verlegung kleiner Netze auch über öffentliche Wege.

Ein Konzessionsrecht darf solche Lösungen nicht verhindern.