1998

Monstermühle

Wie viele Orte im Osten hatte auch Prenzlau ein gut beleuchtetes Gewerbegebiet, wo sich Fuchs und Hase im Licht der Laternen und Autohäuser zusammen mit anderem Wild gute Nacht wünschten. Da gehörte die Idee, wenigstens Strom im Gewerbegebiet zu produzieren, schon zu den besten. Wie? Aus Wind natürlich. Doch kaum war das gesagt, kamen die Geister: das geht nicht, das ist zu laut, dem Krankenhaus an der Bundesstraße droht der Lärmkollaps und überhaupt erdrücke solch ein hundertfünfzig Meter hohes Monster die ganze Stadt. Bilder tauchten auf, von Hand gezeichnet, mit einer Mühle himmelhoch, vom Uckersee aus weit Sankt Marien überragend. Der Bauausschuß hatte eine schwere Zeit.

Nun, heute steht die Monstermühle schon im dritten Jahrzehnt unscheinbar am Stadtrand und erzeugt brav 10 Prozent des Strombedarfs der Stadt.