Bioenergie

E   Energie pro Fläche

Pflanzen speichern nur ca. 1% der Sonneneinstrahlung in ihrer Biomasse in Form von Kohlenwasserstoffen. Energetisch nutzbare Erträge aus Biomasse liegen zwischen 15.000 bis 50.000 Kilowattstunden je Hektar. Dieser Wert liegt um das 20- bis 30-fache unter der Effektivität von Windkraft- oder Solaranlagen, welche leicht bis 1 Mio. Kilowattstunden pro Hektar Ertrag bringen.

Dazu kommt, daß Biomasse nur für die Wärmeerzeugung direkt genutzt werden kann. Sobald Antriebsenergie für Stromerzeugung oder Mobilität benötigt wird, sind eine Verbrennungskraftmaschinen mit Wirkungsgraden von nur 20-30% erforderlich. Bis zu 70% der kostenbaren Bioenergie gehen dann wieder verloren, wenn sie nicht wenigstens teilweise zum Heizen genutzt werden.

Bioenergie bleibt daher eine Nische und wird daher nur eventuell eine Rolle außer als Notreserve für Engpaßzeiten spielen.

Aus naturschutzfachlicher und energiewirtschaftlicher Sicht wäre es eher sinnvoll, die derzeit für Bioenergie genutzen Flächen zu renaturieren, aufzuforsten und zusätzlich, auf diesen Flächen Windenergie zu gewinnen. Das wäre gut für die Umwelt und die Energieerträge aus diesen Flächen wären 20 mal höher.

Eine „Verspargelung“ wäre damit übrigens nicht verbunden, denn die Aufforstung würde die Sichtbarkeit deutlich verringern. Man stelle sich einfach vor, eine Fläche von 2×2 Kilometern, auf welcher heute Bioenergiepflanzen dem Boden abgepresst werden, würde mittig mit 1 Windenergieanlage bebaut und aufgeforstet. Bei 165 Meter-Rotor auf 160-Meter-Turm hätte diese Anlage eine jährliche Stromerzeugung von ca. 20 GWh – gegenüber den maximal 2 GWh, welche bei 50.000 kWh Bioenergieernte pro Hektar auf diesen 400 ha der zu gewinnen wären. Durch den umgebenden Wald würde die Anlage sicher einen besseren Eindruck in der Landschaft hinterlassen, als lebensfeindliche chemieintensive Großraumlandwirtschaft.

Dazu kommt, daß die oft zitierten Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse ein Glaubensbekenntniss sind, welches im Geschäftsleben regelmäßig hintergangen wird. Es ist einfach unmöglich, solche Kriterien weltweit nachhaltig durchzusetzen. Die einzige Lösung ist dann der Verzicht.

siehe auch Biogas und Biogasstrom, Biodiesel