Bäume sind sicher sehr wichtig für das Leben auf der Erde und es ist dringend ratsam, den Waldbestand wieder zu erhöhen, statt weiter zu verringern.
Aber einen Einfluß auf den Klimawandel sollte man innerhalb von Menschen überschaubarer Zeiträume nicht erwarten. In der Luft sind derzeit 3000 Mrd. Tonnen CO2 enthalten.
Ein Hektar Wald speichert jährlich ca. 40.000 kWh Energie in Form von Kohlenstoff. Im Kohlenstoff stecken rund 9 kWh/kg, also nimmt ein Hektar Wald p.a. rund 4,5 Tonnen Kohlenstoff bzw. 16 Tonnen CO2 auf. Es gibt 4 Mrd. Hektar Wald weltweit – dass sind von den 51 Mrd. Hektar Erdoberfläche 8%. Dieser Wald nimmt also 64 Mrd. Tonnen CO2 p.a. auf.
Rund 1,5 Mrd. Tonnen Kohlenstoff stecken allein in den deutschen Wäldern, der Fläche ca. 10 Mio. Hektar umfasst. Der Kohlenstoffgehalt aller Wälder könnte grob mit 4/0,01 *1,5 Mrd Tonnen = 600 Mrd. Tonnen abgeschätzt werden, was 2.200 Mrd. Tonnen CO2 entspricht, also etwas weniger, als heute in der Luft enthalten.
Wollten wir nun den CO2-Gehalt der Luft um 1500 Mrd. Tonnen CO2 verringern, um etwa incl. der noch kommenden unvermeidlichen Emissionen den vorindustriellen Konzentrationswert zu erreichen, so müssten diese 1500 Mrd. Tonnen CO2 zu Baum werden. Dazu müsste natürlich neuer Wald angelegt werden, denn der bestehende Wald steht mit der Umwelt annähernd im Gleichgewicht und nimmt nicht mehr auf, als er freisetzt.
Nehmen wir also an, es würde gelingen, 10% der vorhandenen Waldfläche zusätzlich aufzuforsten, was schon sehr schwierig wäre – dann würde dies 6,4 Mrd. Tonnen CO2 p.a.zusätzlich binden. Also bräuchte es 1500/6,4 =234 Jahre, um das CO2 zu entfernen.
Offenbar dauert das viel zu lange.
Auf der anderen Seite: Bei der Verbrennung von Steinkohle entstehen 0,34 kg CO2 pro Kilowattstunde. Diese Prozeß ist auch umkehrbar – d.h. mit einem Energieaufwand von grob 3 Kilowattstunden liessen sich 1 kg CO2 wieder zu Kohle umwandeln. Für o.g. 1.500 Mrd. Tonnen CO2 wären dann 4.500 Billionen kWh nötig. Heute erzeugt eine neue Windkraftanlage ca. 15 Mio. kWh pro Jahr und über ihre Mindestlebensdauer von 20 Jahren als0 300 Mio. kWh. Teilt man nun 4.500 Billionen durch 300 Millionen so erhält man 15 Mio. Windkraftanlagen, welche nötig wären, um das CO2 aus der Luft zu entfernen. Da bei Anordnung im Wald Windkraftanlagen etwa 40 Hektar Fläche benötigen, um sich nicht gegenseitig abzuschatten, wären also 15 Mio. mal 40 Hektar bzw. 0,4 Quadratkilometern zu multiplizieren, was 6 Mio. Quadratkilometer Wald ergibt. Noch gibt es knapp 40 Mio. Quadratkilometer Wald auf Erden. Man sieht also, dass durch Nutzung von nur 15% der weltweiten Waldfläche in kurzer Zeit das CO2 aus der Luft entfernt werden könnte.
Klar ist natürlich, dass die erforderlichen 4.500 Billionen bei Stromgestehungskosten von 5 ct/kWh 225 Billionen Euro kosten würden, also fast 30.000 Euro pro Erdenbürger über 20 Jahre – ein sehr erheblicher Geldbetrag, der nur von wenigen Menschen aufgebracht werden könnte. Dies ist natürlich nicht verwunderlich, denn mit diesem Aufwand würden die Vorteile, welche uns Menschen das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas gebracht haben, wieder zurückgezahlt.
