2000

Trappen im Windfeld

Vor kurzen gerieten die Vogelkundigen in Dauerthal in helle Aufregung, als es hieß, mitten im Windfeld, direkt vor der Haustür, wären Grosstrappen gesichtet worden. Der sofort aufgebrochene Erkundungstrupp kam lachend zurück, es waren diesmal keine ATrappen – es war ein Seeadlerpärchen, dass hier einige Zeit mit der Jagd zubrachte. Und wie immer hatten die beiden Seeadler keine Ahnung davon, dass sie fünf Kilometer Abstand zu den Mühlen einzuhalten hätten…

Ach so, die A-Trappen mußt du noch erklären, die bis heute dafür sorgen, dass wir überall zweimal hinsehen, wo Grossvögel auftauchen. Vor einigen Jahren tauchten nämlich in der Planungsphase eines Windfeldes Fotos von ebendiesem Windstandort auf, welche Trappen zeigten. Bei allen Recherchen vor Ort gelang es der seltenen Spezies aber, sich perfekt zu verbergen. Auch alle Auskünfte der Vogelkundigen ergaben, dass alle Versuche, die Vögel dort anzusiedeln, an der Landwirtschaft gescheitert waren.

Bis dann irgendwann der seltsame Vogel sein Geheimnis preisgab – es war keine Trappe, sondern eine schlichte Attrappe, die sich hinter dem zusammengeschnittenen Bild verbarg, ins Verfahren eingeführt von einem Anwohner, einem Schlossbewohner in diesem Fall.

Dem A-Vogel gelang es immerhin, das Projekt um über zehn Jahre zu verzögern und viel Verwaltungsaufwand zu erzeugen. Letztendlich aber war es eine gute Tat, denn die Windmühlen, die dort nun gebaut werden, sind viel größer und effektiver, als die anfangs geplanten. Und das war bestimmt nicht das das Ziel des Erfinders der Attrappen.