Hybridkraftwerk

Das Hybridkraftwerk ist als Versuchsanlage für eine vollwertigen Kraftwerksbetrieb mit erneuerbarer Energie Teil des Verbundkraftwerkes Uckermark. Hier wurde erstmals gezeigt, dass eine 100% Versorgung mit erneuerbarer Energie möglich ist. In windreichen Zeiten wird der Windstrom in H2 gewandelt. Zu diesem Zweck wurde 2009 mit dem Bau einer Wasserstofferzeugung (Elektrolyse begonnen), hier im Bild:

Der Elektrolyseur wurde in der Halle direkt montiert und ist im Grunde ein einfacher Wasserbehälter. Er besteht aus 70 wassergefüllten Zellen an welchen eine Spannung von 140 V Gleichstrom anliegt. Über den Zellen befinden sich die Separatoren für H2 und O2, in denen das Gas von mitgerissenem Wasser getrennt wird. Der Strom kommt direkt aus nahegelegenen Windkraftanlagen über eigene Erdkabel und wird hier im Gleichrichterraum zu Gleichstrom geformt:

Vorstehendes Bild zeigt auch, welches Einsparpotenzial sich böte, wenn die Wasserstofferzeugung direkt in Windkraftanlagen erfolgen würde: da in den Mühlen bereits Gleichstrom erzeugt wird, könnte all diese teuere Technik zusammen mit Trafos und Kabeln entfallen. Statt dessen könnte der Wasserstoff über Leitung eingesammelt werden.

Vom H2-Separator geht es nach der Gasreinigung in ein kleines Gasometer, hier mittig im Bild, zwecks Druckhaltung und von dort in die Kompressoren rechts im Bild:

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Der Wasserstoff wird dann mit bis zu 40 bar Druck in diesen Röhrenspeichern, welche eine Wochenproduktion fassen, zwischengelagert:

Aus dem Speichern wiederum können Trailer mit 300 bar über diesen Hochdruckverdichter befüllt werden, welche den Treibstoff H2 an Tankstellen für Brennstoffzellenfahrzeuge liefern:

In Engpasszeiten ist es möglich, den Wasserstoff zusammen mit Biogas aus der im folgenden Bild oberhalb der H2-Speicher zu sehenden Biogasanlage wieder zu Strom zu wandeln. Die Abwärme wird in das örtliche Wärmenetz gespeist.

Besser als über Biogas wäre die Rückverstromung in Brennstoffzellen, welche 2009 allerdings noch zu teuer waren.

Der grösste Teil des Wasserstoffs geht allerings in die Erdgasleitung, welche direkt neben der Anlage verläuft über diese unscheinbare Mitteldruckleitung:

Den aus Windkraft gewonnenen Wasserstoff vertreibt Greenpeace Energy bundesweit als Windgas.

So wird Windkraft jederzeit nutzbar, dient zum Heizen und als Treibstoff für Fahrzeuge.