Umlagen

Die Unsinnigkeit der heutigen EEG-Umlage ist hinlänglich bekannt. Ihr größter Nachteil ist nicht, dass sie den Bürgern fälschlicherweise suggeriert, dass erneuerbare Energie teuer – sondern dass sie eine kontraproduktive Lenkungswirkung auf CO2-Emissionen hat. Die Umlage auf Strom, also auch auf erneuerbar erzeugten Strom, führt dazu, dass sich weder im Wärme- noch im Verkehrsbereich und auch nicht in der Industrie erneuerbare Energie durchsetzen kann.

Eine grundlegende Reform ist hier nötig, dahingehend, dass alle Energiearten gleichermaßen mit Umlagen belastet werden und zwar pro ihren jeweiligen CO2-Emissionen. Dies hat zwei entscheidende Vorteile: einerseits sind bei hinreichender Höhe der Umlage erneuerbare Energie in jedem Energiesektor im Vorteil und andererseits verschwindet diese Umlage mit dem Verschwinden der CO2-Emissionen von selbst (was das Ziel einer jeden Umlage sein sollte: sich selbst überflüssig zu machen).

Die Bundesregierung hat mit der Einführung der CO2-Steuer auf alle Energieträger hier bereits einen ersten, leider noch zaghaften, Schritt getan. Die Richtung aber stimmt. Hier sollte zügig daran gearbeitet werden, das gesamte Umlagesystem einheitlich auf eine Umlage, welche ausschließlich pro emittierter CO2-Menge basiert, umzustellen. Mit den so erhobenen Mitteln kann der Umbau des Energiesystems bis zum Ende finanziert werden.

Die der absolute Betrag der Umlage allmählich mit dem Verschwinden der CO2-Emissionen zurückgeht, muss in selbem Umfang langsam die Förderung erneuerbarer Energie über Ausschreibungen verringert werden. Dazu bietet es sich an, künftig nicht mehr 100% des erzeugten Stromes in die Umlage einzubeziehen, sondern jährlich etwas weniger, so daß bis 2050 dann keine festen Vergütungen mehr für erneuerbaren Strom gezahlt werden.

Eine Besonderheit dabei ist, dass primär die Energiespitzen aus dem Umlagesystem ausgeschlossen werden müssen. Das bedeutet, dass mit Einführung dieses Systems im ersten Jahr nur noch die Strommengen eine feste Vergütung erhalten welche bis maximal z.B. 97% der Nennleistung erzeugt werden. Die Strommenge, welche oberhalb 97% der Nennleistung liegt, muss der Betreiber selbst nutzen oder verkaufen. Mit der Zeit sinkt dieser Wert immer weiter ab bis auf Null. So wird sichergestellt, dass die Strommengen, welche häufig vorkommen, weiterhin in die Stromnetze fliessen und die Energiespitzen immer mehr in die Speicher.

Das hier vorgeschlagene Modell erreicht also zwei Ziele:

– ein wirtschaftliches Umfeld für den Einzug erneuerbarer Energie in allen Sektoren

– ein allmähliches Verschwinden der Umlagen

Die Finanzierung der Umlagen wäre damit ausschließlich auf die CO2-Steuer abgestellt, eine EEG-Umlage gäbe es nicht mehr.