Gut gemeint ist nicht gut

Wer wundert sich nicht darüber, warum die Energiewende so chaotisch und widersprüchlich daherkommt? Warum alles so langsam geht?

Und immer öfter fallen Sätze wie dieser: „Leider haben es die personellen Kapazitäten unsers Verbandes nicht zugelassen, zu dem Punkt der aktuell verhandelten Gesesetzgebung eine Stellungnahme zu verfassen.“

Kein Wunder, wenn Gesetze und Regeln nur noch im Eilverfahren durchgeprügelt werden. Kein Wunder, wenn für Stellungnahmen nur die Zeit von 20 Uhr abends bis 10 Uhr morgens bleibt. Kein Wunder, wenn Regelwerke immer dicker werden und sie niemand mehr wirklich versteht.

Dieser Regelungswut gilt es Einhalt zu gebieten. Der Wunsch nach Regelung und Abschaffen von Ungerechtigkeiten ist nachvollziehbar. ABER: Leider hat fast jede Regelung einer Ungerechtigkeit mehrere neue Ungerechtigkeiten zur Folge, die dann alle wieder geregelt werden wollen.

Das Ergebnis ist eine Regellavine.

Erkennen wir einfach an, daß das Leben sich nicht in perfekte Regeln fassen lässt. Erkennen wir einfach an, daß weniger Regeln mehr Gerechtigkeit bedeuten, wenn nur die wenigen Grundregeln klar sind.

Und eine dieser Grundregeln lautet, daß es möglichst gerecht zugehen sollte – was aber immer wieder neu zu entscheiden und nicht regelbar ist. Die Alternative wäre nur eine vollkommen geregelte Welt voller Ungerechtigkeiten.

Also ersetzen wir das völlig verwucherte EEG durch nur 2 Paragraphen:

1. Das Inverkehrbringen von Maschinen und Apparaten, welche Kohlendioxid emittieren, ist untersagt.

2. Alle Abgaben und Umlagen auf Energie und Energieträger sind ausschließlich pro deren CO2-Emissionen zu erheben, und zwar gleichermaßen für alle Energien und Energieträger.

Alles andere, was für eine erfolgreiche Energiewende erforderlich ist, würde sich dann von selbst regeln.

Ist es eine Utopie, nur so wenige Regeln zu haben? Aber wenn wir das nicht schaffen – was wird dann mit uns geschehen?

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